Kindergarten und Grundschule : Pädagogische Unterstützung Support
Pädagogische Unterstützung: Allgemeine Informationen
An den Europäischen Schulen erkennen wir an, dass jede Schülerin und jeder Schüler auf seine eigene, individuelle Weise lernt. Im Verlauf ihrer schulischen Laufbahn können einige Schülerinnen und Schüler zusätzliche Unterstützung benötigen, während andere zusätzliche Herausforderungen brauchen, um ihre Fähigkeiten voll zu entfalten.
Um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler effektiv lernen können, fördern die Europäischen Schulen inklusive, zugängliche und flexible Lernumgebungen. Im Unterricht werden verschiedene Lehrmethoden und Lernmaterialien eingesetzt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
Bei Bedarf wird eine individuelle Unterstützung durch geeignete Anpassungen und Fördermaßnahmen bereitgestellt, die auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Maßnahmen sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, erfolgreich zu sein und schrittweise mehr Selbstständigkeit im Lernen zu entwickeln.
Die Europäischen Schulen bieten unterschiedliche Formen und Stufen der Unterstützung an, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler gleiche Chancen haben, Fortschritte zu machen. Dazu gehören Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf, solche mit Lernschwierigkeiten in jeder Phase ihrer Schulzeit sowie besonders begabte Schülerinnen und Schüler, sodass jede und jeder Einzelne sich entwickeln und sein volles Potenzial entfalten kann.
Unterstützung
1. Ein abgestuftes Drei-Stufen-Modell der Unterstützung
Allgemeine Unterstützung
Kurzfristige oder gering intensive Maßnahmen, die im Unterricht umgesetzt werden. Dazu gehören Differenzierung, angepasste Materialien, gezielte Übungen, zusätzliche Erklärungen sowie Arbeit in Kleingruppen. Sie ist flexibel und reagiert auf entstehende Bedürfnisse.
Mittlere Unterstützung
Strukturiertere und längerfristige Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler, deren Bedürfnisse über die übliche Differenzierung im Unterricht hinausgehen. Dazu können Kleingruppensitzungen, individuelle Lernziele und eine koordinierte Beobachtung gehören.
Intensive Unterstützung
Langfristige oder stark individualisierte Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit erheblichem sonderpädagogischem Förderbedarf. Die intensive Unterstützung erfordert in der Regel eine formelle Dokumentation (z. B. medizinische, psychologische oder fachliche Gutachten) und wird durch eine individuelle Fördervereinbarung umgesetzt. Sie kann spezialisierte Lehrkräfte, Lernbegleiter oder angepasste Prüfungsformen umfassen.
Dieses abgestufte Modell gewährleistet Verhältnismäßigkeit: Die Intensität der Unterstützung wird nur bei Bedarf erhöht und regelmäßig überprüft.
2. Inklusion als Grundprinzip
Wir betonen Inklusion statt Segregation. Die Unterstützungsmaßnahmen zielen darauf ab:
- Schülerinnen und Schüler möglichst im Regelunterricht zu halten
- Lehrmethoden anzupassen, bevor ein Herausnehmen erwogen wird
- Unterstützung im Unterricht bereitzustellen, wenn möglich
- Unnötige Trennung von Gleichaltrigen zu vermeiden
Ein Herausnehmen aus dem Unterricht (für Einzel- oder Kleingruppenförderung) erfolgt nur, wenn es pädagogisch begründet ist, wobei Inklusion der Standard bleibt.
3. Differenzierung als erste Maßnahme
Die Differenzierung im Unterricht ist die grundlegende Strategie. Lehrkräfte sollen:
- Tempo und Komplexität anpassen
- Alternative Erklärungen oder Formate anbieten
- Strukturierte Hilfen und Unterstützung bereitstellen
- Hausaufgaben oder Leistungsüberprüfungen bei Bedarf anpassen
Die pädagogische Unterstützung baut auf dieser Grundlage auf und ersetzt sie nicht. Das System der Europäischen Schulen betrachtet Differenzierung als gemeinsame Verantwortung aller Lehrkräfte.
4. Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team
Die Unterstützung basiert auf einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen:
- Klassen- und Fachlehrkräften
- Koordinatorinnen und Koordinatoren für Unterstützung
- Förderlehrkräften
- Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern
- Schulpsychologinnen und Schulpsychologen
- Eltern oder Erziehungsberechtigten
Eltern gelten als zentrale Partner. Regelmäßige Kommunikation und gemeinsame Entscheidungsfindung sind wesentliche Bestandteile des Unterstützungsprozesses, insbesondere bei mittlerer und intensiver Unterstützung.
5. Formale Verfahren und Dokumentation
Ein strukturierter administrativer Rahmen bildet die Grundlage der Unterstützung:
- Feststellung des Bedarfs durch Beobachtung und Bewertung durch Lehrkräfte
- Gespräche mit den Eltern
- Schriftliche Förderpläne (für mittlere und intensive Unterstützung)
- Klare Überprüfungszyklen und Fortschrittskontrolle
- Einhaltung der Richtlinien des Obersten Rates der Europäischen Schulen
Bei intensiver Unterstützung legen formelle Vereinbarungen Art, Dauer und Ziele der Maßnahmen fest.
6. Flexible und dynamische Unterstützung
Unterstützung ist nicht statisch:
- Maßnahmen werden regelmäßig überprüft
- Unterstützung kann verstärkt, reduziert oder beendet werden
- Vorübergehende Unterstützung kann kurzfristige Herausforderungen abdecken (z. B. Übergangsphasen, Krankheit, Anpassungsschwierigkeiten)
- Langfristige Unterstützung wird an die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler angepasst
Dies gewährleistet eine Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse statt einer starren Kategorisierung.
7. Breites Spektrum an berücksichtigten Bedürfnissen
Die pädagogische Unterstützung an unserer Schule umfasst:
- Spezifische Lernschwierigkeiten
- Kognitive oder entwicklungsbezogene Beeinträchtigungen
- Soziale oder emotionale Herausforderungen
- Sprachliche Schwierigkeiten
- Hochbegabung (in einigen Fällen durch Förder- oder Vertiefungsmaßnahmen)
Das System erkennt an, dass Lernbarrieren aus unterschiedlichen Faktoren entstehen können, und bemüht sich, im Rahmen der verfügbaren Ressourcen angemessene Anpassungen bereitzustellen.
Allgemeine Unterstützung
Die Allgemeine Unterstützung (GS) ist die erste Stufe der Pädagogischen Unterstützung im System der Europäischen Schulen. Sie spiegelt das Engagement der Europäischen Schulen für eine inklusive Bildung wider und soll sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zum mehrsprachigen und multikulturellen Lehrplan haben. Der Rahmen für die Pädagogische Unterstützung wird zentral durch das Büro des Generalsekretärs der Europäischen Schulen (eursc.eu) festgelegt und in allen Europäischen Schulen umgesetzt.
Was ist Allgemeine Unterstützung?
Die Allgemeine Unterstützung richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die vorübergehende oder geringfügige Lernschwierigkeiten haben und zusätzliche Hilfe benötigen, um vollständig am regulären Unterricht teilzunehmen. Diese Schwierigkeiten können aus verschiedenen Gründen entstehen, wie z. B. Wissenslücken, die Anpassung an eine neue Sprachumgebung, kurzfristige Lernprobleme oder der Bedarf an zusätzlicher Übung in bestimmten Fächern.
Die Unterstützung auf dieser Ebene ist flexibel, kurzfristig und präventiv. Ihr Ziel ist es, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und zu beheben sowie den Schülerinnen und Schülern zu helfen, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit im Lernen zurückzugewinnen.
Eine frühe und flexible Unterstützungsmaßnahme
Die Allgemeine Unterstützung stellt die erste Stufe der Unterstützungsstruktur der Europäischen Schulen dar. Sie ermöglicht es den Schulen, schnell und flexibel auf neu entstehende Lernbedürfnisse zu reagieren. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler eine längerfristige oder spezialisierte Unterstützung benötigt, können weitere Maßnahmen wie Mittlere Unterstützung oder Intensive Unterstützung in Betracht gezogen werden.
Durch die frühzeitige Förderung hilft die Allgemeine Unterstützung den Schülerinnen und Schülern, wirksame Lernstrategien zu entwickeln und ihre Fortschritte im gemeinsamen Lehrplan der Europäischen Schulen aufrechtzuerhalten. Dieser Ansatz unterstützt das übergeordnete Ziel, allen Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich in einem inklusiven und mehrsprachigen Bildungsumfeld zu entfalten.
Organisation der Allgemeinen Unterstützung
Die Allgemeine Unterstützung wird in der Regel im Rahmen des regulären Unterrichts organisiert und kann je nach Bedarf der Schülerin oder des Schülers sowie den Ressourcen der Schule unterschiedliche Formen annehmen. Häufige Ansätze sind:
- Differenzierter Unterricht im Klassenverband
- Kurzfristige Fördermaßnahmen in Kleingruppen
- Gezielte Unterstützung in bestimmten Kompetenzen oder Fächern
- Zusätzliche Begleitung durch Lehrkräfte oder Unterstützungspersonal
An der ES Lux1 findet die Allgemeine Unterstützung im Unterricht in Form von Team-Teaching (Klassenlehrkraft und Förderlehrkraft) statt, wovon alle Schülerinnen und Schüler der Klasse profitieren.
Mittlere Unterstützung
Was ist Mittlere Unterstützung?
Die Mittlere Unterstützung (MS) ist eine von drei Stufen der Pädagogischen Unterstützung in den Europäischen Schulen, neben der Allgemeinen Unterstützung und der Intensiven Unterstützung. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die leichte Lernschwierigkeiten haben oder eine gezieltere Unterstützung benötigen, um dem Unterricht folgen zu können. Typische Gründe für Mittlere Unterstützung sind Konzentrationsschwierigkeiten, sprachliche Barrieren oder andere Faktoren, die das Folgen des regulären Lehrplans erschweren.
Die Mittlere Unterstützung wird als Erweiterung der Allgemeinen Unterstützung betrachtet, das heißt, sie wird eingesetzt, wenn ein nachhaltigerer oder strukturierterer Unterstützungsbedarf besteht. Während die Allgemeine Unterstützung häufig kurzfristige Lernschwierigkeiten abdeckt, erstreckt sich die Mittlere Unterstützung in der Regel über einen längeren Zeitraum und umfasst gezieltere Fördermaßnahmen.
Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, dem regulären Lehrplan so selbstständig wie möglich zu folgen und gleichzeitig effektive Lernstrategien sowie fachspezifische Kompetenzen zu entwickeln. Die Fördermaßnahmen ergänzen den regulären Unterricht und vermeiden nach Möglichkeit ein Herausnehmen aus anderen Unterrichtsstunden, außer wenn dies unbedingt erforderlich ist.
Die Mittlere Unterstützung spielt eine wichtige Rolle im inklusiven Bildungsansatz. Durch strukturierte und gezielte Förderung wird sichergestellt, dass Schülerinnen und Schüler mit leichten Lernschwierigkeiten vollständig in das mehrsprachige Lernumfeld integriert bleiben und erfolgreich auf das Europäische
Organisation der Mittleren Unterstützung
- Förderung in Kleingruppen oder Einzelunterstützung, je nach Bedarf
- Gezielte Unterrichtsstrategien als Ergänzung zum regulären Lehrplan
- Flexible Organisation, entweder im Klassenverband oder in separaten Förderstunden
- COI-Klasse (Inklusive Offene Klasse) für die EN- und FR-Sektion
- Individueller Lernplan (ILP)
- Zustimmung der Eltern erforderlich
- Zwei Fortschrittsberichte pro Jahr
COI-Klassen [EN / FR Sektion]
Die Inklusive Offene Klasse (COI) ist ein innovatives Unterstützungsmodell, das an der Europäischen Schule Luxemburg I eingeführt wurde, um den vielfältigen Lernbedürfnissen von Grundschülerinnen und -schülern der Klassen P1 bis P5 besser gerecht zu werden. In der COI werden Schülerinnen und Schüler, die eine mittlere oder intensive pädagogische Unterstützung erhalten, aus der französisch- und englischsprachigen Sektion in kleinen Gruppen zusammengeführt, die von einer spezialisierten Lehrkraft und einer Assistenz betreut werden.
Die Schülerinnen und Schüler nehmen mehrmals pro Woche an den COI-Sitzungen teil und folgen gleichzeitig weiterhin dem Lehrplan in ihren regulären Klassen. Die Sitzungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Erstsprache (L1), Mathematik und Lernstrategien („Lernen lernen“), basierend auf den individuellen Bedürfnissen, die von den Klassenlehrkräften festgestellt wurden.
Der COI-Raum ist als flexible Lernumgebung gestaltet, mit angepassten Materialien und verschiedenen Arbeitsbereichen, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, selbstständig oder kooperativ in Gruppen von bis zu zehn Lernenden zu arbeiten. Diese Organisation fördert Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und bietet gleichzeitig eine individuelle Begleitung.
Ein regelmäßiger Austausch zwischen den COI-Lehrkräften, den Klassenlehrkräften und den Familien stellt sicher, dass jede Schülerin und jeder Schüler einem individuellen Lernweg folgt, der durch Individuelle Lernpläne (ILP) dokumentiert wird. Kontinuierliche Evaluation und Reflexion helfen den Schülerinnen und Schülern, ihre Fortschritte zu verfolgen und ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln.
Die ersten Jahre der Umsetzung haben positive Ergebnisse gezeigt: Die Schülerinnen und Schüler machen deutliche Fortschritte, entwickeln mehr Motivation und Selbstvertrauen und profitieren von einer unterstützenden und inklusiven Lernumgebung.
Intensive Unterstützung
1. Intensive Unterstützung A (ISA)
Ziel: Langfristige Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf.
Dauer: Keine feste Begrenzung
- Basierend auf einem multidisziplinären Gutachten (alle 4 Jahre aktualisiert)
- Einzel- oder Kleinstgruppe (max. 3 Schülerinnen und Schüler)
- Individueller Lernplan (ILP)
- Sitzung der Beratungsgruppe für Unterstützung (SAG)
- Vereinbarung zur Intensiven Unterstützung, unterzeichnet von der Direktion und den Eltern
- Zwei Fortschrittsberichte pro Jahr
Die Unterstützung kann umfassen:
- Förderlehrkraft
- Unterstützungsassistenz
- Schulpsychologe / Schulpsychologin
- Externe Therapeutin / externer Therapeut (Tripartite Vereinbarung)
ISA kann beinhalten:
- Den regulären Lehrplan mit Anpassungen
oder - Einen angepassten Lehrplan auf Grundlage eines ILP (Individueller Lernplan)
2. Intensive Unterstützung B (ISB)
Ziel: Kurzfristige, außergewöhnliche Unterstützung (max. 2 Jahre)
- Für Schülerinnen und Schüler ohne Diagnose, die dem Unterricht nicht folgen können (z. B. aufgrund von Sprachbarrieren)
- Einzel- oder Gruppenförderung
- ILP erforderlich
- Vereinbarung wird unterzeichnet
3. Die Beratungsgruppe für Unterstützung (SAG)
Die SAG:
- Trifft sich offiziell mindestens einmal pro Jahr für ISA-Schülerinnen und -Schüler
- Überprüft den Lernfortschritt
- Passt Unterstützungsmaßnahmen an
- Gibt Empfehlungen
- Arbeitet multidisziplinär
Die Mitglieder können umfassen:
- Stellvertretende Direktion (Vorsitz)
- Koordinator/in für Unterstützung
- Klassenlehrkraft
- Förderlehrkraft
- Schulpsychologe / Schulpsychologin
- Eltern
- Externe Fachleute (falls relevant)
Kindergarten und Grundschule : Pädagogische Unterstützung
Pädagogische Unterstützung: Allgemeine Informationen
An den Europäischen Schulen erkennen wir an, dass jede Schülerin und jeder Schüler auf seine eigene, individuelle Weise lernt. Im Verlauf ihrer schulischen Laufbahn können einige Schülerinnen und Schüler zusätzliche Unterstützung benötigen, während andere zusätzliche Herausforderungen brauchen, um ihre Fähigkeiten voll zu entfalten.
Um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler effektiv lernen können, fördern die Europäischen Schulen inklusive, zugängliche und flexible Lernumgebungen. Im Unterricht werden verschiedene Lehrmethoden und Lernmaterialien eingesetzt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.
Bei Bedarf wird eine individuelle Unterstützung durch geeignete Anpassungen und Fördermaßnahmen bereitgestellt, die auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Diese Maßnahmen sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, erfolgreich zu sein und schrittweise mehr Selbstständigkeit im Lernen zu entwickeln.
Die Europäischen Schulen bieten unterschiedliche Formen und Stufen der Unterstützung an, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler gleiche Chancen haben, Fortschritte zu machen. Dazu gehören Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf, solche mit Lernschwierigkeiten in jeder Phase ihrer Schulzeit sowie besonders begabte Schülerinnen und Schüler, sodass jede und jeder Einzelne sich entwickeln und sein volles Potenzial entfalten kann.
Unterstützung
1. Ein abgestuftes Drei-Stufen-Modell der Unterstützung
Allgemeine Unterstützung
Kurzfristige oder gering intensive Maßnahmen, die im Unterricht umgesetzt werden. Dazu gehören Differenzierung, angepasste Materialien, gezielte Übungen, zusätzliche Erklärungen sowie Arbeit in Kleingruppen. Sie ist flexibel und reagiert auf entstehende Bedürfnisse.
Mittlere Unterstützung
Strukturiertere und längerfristige Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler, deren Bedürfnisse über die übliche Differenzierung im Unterricht hinausgehen. Dazu können Kleingruppensitzungen, individuelle Lernziele und eine koordinierte Beobachtung gehören.
Intensive Unterstützung
Langfristige oder stark individualisierte Maßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit erheblichem sonderpädagogischem Förderbedarf. Die intensive Unterstützung erfordert in der Regel eine formelle Dokumentation (z. B. medizinische, psychologische oder fachliche Gutachten) und wird durch eine individuelle Fördervereinbarung umgesetzt. Sie kann spezialisierte Lehrkräfte, Lernbegleiter oder angepasste Prüfungsformen umfassen.
Dieses abgestufte Modell gewährleistet Verhältnismäßigkeit: Die Intensität der Unterstützung wird nur bei Bedarf erhöht und regelmäßig überprüft.
2. Inklusion als Grundprinzip
Wir betonen Inklusion statt Segregation. Die Unterstützungsmaßnahmen zielen darauf ab:
- Schülerinnen und Schüler möglichst im Regelunterricht zu halten
- Lehrmethoden anzupassen, bevor ein Herausnehmen erwogen wird
- Unterstützung im Unterricht bereitzustellen, wenn möglich
- Unnötige Trennung von Gleichaltrigen zu vermeiden
Ein Herausnehmen aus dem Unterricht (für Einzel- oder Kleingruppenförderung) erfolgt nur, wenn es pädagogisch begründet ist, wobei Inklusion der Standard bleibt.
3. Differenzierung als erste Maßnahme
Die Differenzierung im Unterricht ist die grundlegende Strategie. Lehrkräfte sollen:
- Tempo und Komplexität anpassen
- Alternative Erklärungen oder Formate anbieten
- Strukturierte Hilfen und Unterstützung bereitstellen
- Hausaufgaben oder Leistungsüberprüfungen bei Bedarf anpassen
Die pädagogische Unterstützung baut auf dieser Grundlage auf und ersetzt sie nicht. Das System der Europäischen Schulen betrachtet Differenzierung als gemeinsame Verantwortung aller Lehrkräfte.
4. Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team
Die Unterstützung basiert auf einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen:
- Klassen- und Fachlehrkräften
- Koordinatorinnen und Koordinatoren für Unterstützung
- Förderlehrkräften
- Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern
- Schulpsychologinnen und Schulpsychologen
- Eltern oder Erziehungsberechtigten
Eltern gelten als zentrale Partner. Regelmäßige Kommunikation und gemeinsame Entscheidungsfindung sind wesentliche Bestandteile des Unterstützungsprozesses, insbesondere bei mittlerer und intensiver Unterstützung.
5. Formale Verfahren und Dokumentation
Ein strukturierter administrativer Rahmen bildet die Grundlage der Unterstützung:
- Feststellung des Bedarfs durch Beobachtung und Bewertung durch Lehrkräfte
- Gespräche mit den Eltern
- Schriftliche Förderpläne (für mittlere und intensive Unterstützung)
- Klare Überprüfungszyklen und Fortschrittskontrolle
- Einhaltung der Richtlinien des Obersten Rates der Europäischen Schulen
Bei intensiver Unterstützung legen formelle Vereinbarungen Art, Dauer und Ziele der Maßnahmen fest.
6. Flexible und dynamische Unterstützung
Unterstützung ist nicht statisch:
- Maßnahmen werden regelmäßig überprüft
- Unterstützung kann verstärkt, reduziert oder beendet werden
- Vorübergehende Unterstützung kann kurzfristige Herausforderungen abdecken (z. B. Übergangsphasen, Krankheit, Anpassungsschwierigkeiten)
- Langfristige Unterstützung wird an die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler angepasst
Dies gewährleistet eine Anpassung an sich verändernde Bedürfnisse statt einer starren Kategorisierung.
7. Breites Spektrum an berücksichtigten Bedürfnissen
Die pädagogische Unterstützung an unserer Schule umfasst:
- Spezifische Lernschwierigkeiten
- Kognitive oder entwicklungsbezogene Beeinträchtigungen
- Soziale oder emotionale Herausforderungen
- Sprachliche Schwierigkeiten
- Hochbegabung (in einigen Fällen durch Förder- oder Vertiefungsmaßnahmen)
Das System erkennt an, dass Lernbarrieren aus unterschiedlichen Faktoren entstehen können, und bemüht sich, im Rahmen der verfügbaren Ressourcen angemessene Anpassungen bereitzustellen.
Allgemeine Unterstützung
Die Allgemeine Unterstützung (GS) ist die erste Stufe der Pädagogischen Unterstützung im System der Europäischen Schulen. Sie spiegelt das Engagement der Europäischen Schulen für eine inklusive Bildung wider und soll sicherstellen, dass alle Schülerinnen und Schüler Zugang zum mehrsprachigen und multikulturellen Lehrplan haben. Der Rahmen für die Pädagogische Unterstützung wird zentral durch das Büro des Generalsekretärs der Europäischen Schulen (eursc.eu) festgelegt und in allen Europäischen Schulen umgesetzt.
Was ist Allgemeine Unterstützung?
Die Allgemeine Unterstützung richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die vorübergehende oder geringfügige Lernschwierigkeiten haben und zusätzliche Hilfe benötigen, um vollständig am regulären Unterricht teilzunehmen. Diese Schwierigkeiten können aus verschiedenen Gründen entstehen, wie z. B. Wissenslücken, die Anpassung an eine neue Sprachumgebung, kurzfristige Lernprobleme oder der Bedarf an zusätzlicher Übung in bestimmten Fächern.
Die Unterstützung auf dieser Ebene ist flexibel, kurzfristig und präventiv. Ihr Ziel ist es, Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und zu beheben sowie den Schülerinnen und Schülern zu helfen, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit im Lernen zurückzugewinnen.
Eine frühe und flexible Unterstützungsmaßnahme
Die Allgemeine Unterstützung stellt die erste Stufe der Unterstützungsstruktur der Europäischen Schulen dar. Sie ermöglicht es den Schulen, schnell und flexibel auf neu entstehende Lernbedürfnisse zu reagieren. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler eine längerfristige oder spezialisierte Unterstützung benötigt, können weitere Maßnahmen wie Mittlere Unterstützung oder Intensive Unterstützung in Betracht gezogen werden.
Durch die frühzeitige Förderung hilft die Allgemeine Unterstützung den Schülerinnen und Schülern, wirksame Lernstrategien zu entwickeln und ihre Fortschritte im gemeinsamen Lehrplan der Europäischen Schulen aufrechtzuerhalten. Dieser Ansatz unterstützt das übergeordnete Ziel, allen Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, sich in einem inklusiven und mehrsprachigen Bildungsumfeld zu entfalten.
Organisation der Allgemeinen Unterstützung
Die Allgemeine Unterstützung wird in der Regel im Rahmen des regulären Unterrichts organisiert und kann je nach Bedarf der Schülerin oder des Schülers sowie den Ressourcen der Schule unterschiedliche Formen annehmen. Häufige Ansätze sind:
- Differenzierter Unterricht im Klassenverband
- Kurzfristige Fördermaßnahmen in Kleingruppen
- Gezielte Unterstützung in bestimmten Kompetenzen oder Fächern
- Zusätzliche Begleitung durch Lehrkräfte oder Unterstützungspersonal
An der ES Lux1 findet die Allgemeine Unterstützung im Unterricht in Form von Team-Teaching (Klassenlehrkraft und Förderlehrkraft) statt, wovon alle Schülerinnen und Schüler der Klasse profitieren.
Mittlere Unterstützung
Was ist Mittlere Unterstützung?
Die Mittlere Unterstützung (MS) ist eine von drei Stufen der Pädagogischen Unterstützung in den Europäischen Schulen, neben der Allgemeinen Unterstützung und der Intensiven Unterstützung. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die leichte Lernschwierigkeiten haben oder eine gezieltere Unterstützung benötigen, um dem Unterricht folgen zu können. Typische Gründe für Mittlere Unterstützung sind Konzentrationsschwierigkeiten, sprachliche Barrieren oder andere Faktoren, die das Folgen des regulären Lehrplans erschweren.
Die Mittlere Unterstützung wird als Erweiterung der Allgemeinen Unterstützung betrachtet, das heißt, sie wird eingesetzt, wenn ein nachhaltigerer oder strukturierterer Unterstützungsbedarf besteht. Während die Allgemeine Unterstützung häufig kurzfristige Lernschwierigkeiten abdeckt, erstreckt sich die Mittlere Unterstützung in der Regel über einen längeren Zeitraum und umfasst gezieltere Fördermaßnahmen.
Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen, dem regulären Lehrplan so selbstständig wie möglich zu folgen und gleichzeitig effektive Lernstrategien sowie fachspezifische Kompetenzen zu entwickeln. Die Fördermaßnahmen ergänzen den regulären Unterricht und vermeiden nach Möglichkeit ein Herausnehmen aus anderen Unterrichtsstunden, außer wenn dies unbedingt erforderlich ist.
Die Mittlere Unterstützung spielt eine wichtige Rolle im inklusiven Bildungsansatz. Durch strukturierte und gezielte Förderung wird sichergestellt, dass Schülerinnen und Schüler mit leichten Lernschwierigkeiten vollständig in das mehrsprachige Lernumfeld integriert bleiben und erfolgreich auf das Europäische
Organisation der Mittleren Unterstützung
- Förderung in Kleingruppen oder Einzelunterstützung, je nach Bedarf
- Gezielte Unterrichtsstrategien als Ergänzung zum regulären Lehrplan
- Flexible Organisation, entweder im Klassenverband oder in separaten Förderstunden
- COI-Klasse (Inklusive Offene Klasse) für die EN- und FR-Sektion
- Individueller Lernplan (ILP)
- Zustimmung der Eltern erforderlich
- Zwei Fortschrittsberichte pro Jahr
COI-Klassen [EN / FR Sektion]
Die Inklusive Offene Klasse (COI) ist ein innovatives Unterstützungsmodell, das an der Europäischen Schule Luxemburg I eingeführt wurde, um den vielfältigen Lernbedürfnissen von Grundschülerinnen und -schülern der Klassen P1 bis P5 besser gerecht zu werden. In der COI werden Schülerinnen und Schüler, die eine mittlere oder intensive pädagogische Unterstützung erhalten, aus der französisch- und englischsprachigen Sektion in kleinen Gruppen zusammengeführt, die von einer spezialisierten Lehrkraft und einer Assistenz betreut werden.
Die Schülerinnen und Schüler nehmen mehrmals pro Woche an den COI-Sitzungen teil und folgen gleichzeitig weiterhin dem Lehrplan in ihren regulären Klassen. Die Sitzungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die Erstsprache (L1), Mathematik und Lernstrategien („Lernen lernen“), basierend auf den individuellen Bedürfnissen, die von den Klassenlehrkräften festgestellt wurden.
Der COI-Raum ist als flexible Lernumgebung gestaltet, mit angepassten Materialien und verschiedenen Arbeitsbereichen, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, selbstständig oder kooperativ in Gruppen von bis zu zehn Lernenden zu arbeiten. Diese Organisation fördert Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung, Selbstvertrauen und Selbstständigkeit und bietet gleichzeitig eine individuelle Begleitung.
Ein regelmäßiger Austausch zwischen den COI-Lehrkräften, den Klassenlehrkräften und den Familien stellt sicher, dass jede Schülerin und jeder Schüler einem individuellen Lernweg folgt, der durch Individuelle Lernpläne (ILP) dokumentiert wird. Kontinuierliche Evaluation und Reflexion helfen den Schülerinnen und Schülern, ihre Fortschritte zu verfolgen und ihre Kompetenzen weiterzuentwickeln.
Die ersten Jahre der Umsetzung haben positive Ergebnisse gezeigt: Die Schülerinnen und Schüler machen deutliche Fortschritte, entwickeln mehr Motivation und Selbstvertrauen und profitieren von einer unterstützenden und inklusiven Lernumgebung.
Intensive Unterstützung
1. Intensive Unterstützung A (ISA)
Ziel: Langfristige Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf.
Dauer: Keine feste Begrenzung
- Basierend auf einem multidisziplinären Gutachten (alle 4 Jahre aktualisiert)
- Einzel- oder Kleinstgruppe (max. 3 Schülerinnen und Schüler)
- Individueller Lernplan (ILP)
- Sitzung der Beratungsgruppe für Unterstützung (SAG)
- Vereinbarung zur Intensiven Unterstützung, unterzeichnet von der Direktion und den Eltern
- Zwei Fortschrittsberichte pro Jahr
Die Unterstützung kann umfassen:
- Förderlehrkraft
- Unterstützungsassistenz
- Schulpsychologe / Schulpsychologin
- Externe Therapeutin / externer Therapeut (Tripartite Vereinbarung)
ISA kann beinhalten:
- Den regulären Lehrplan mit Anpassungen
oder - Einen angepassten Lehrplan auf Grundlage eines ILP (Individueller Lernplan)
2. Intensive Unterstützung B (ISB)
Ziel: Kurzfristige, außergewöhnliche Unterstützung (max. 2 Jahre)
- Für Schülerinnen und Schüler ohne Diagnose, die dem Unterricht nicht folgen können (z. B. aufgrund von Sprachbarrieren)
- Einzel- oder Gruppenförderung
- ILP erforderlich
- Vereinbarung wird unterzeichnet
3. Die Beratungsgruppe für Unterstützung (SAG)
Die SAG:
- Trifft sich offiziell mindestens einmal pro Jahr für ISA-Schülerinnen und -Schüler
- Überprüft den Lernfortschritt
- Passt Unterstützungsmaßnahmen an
- Gibt Empfehlungen
- Arbeitet multidisziplinär
Die Mitglieder können umfassen:
- Stellvertretende Direktion (Vorsitz)
- Koordinator/in für Unterstützung
- Klassenlehrkraft
- Förderlehrkraft
- Schulpsychologe / Schulpsychologin
- Eltern
- Externe Fachleute (falls relevant)
